14.08.2020

Kontrastprogramm - WM-Vorbereitung für ambitionierte Zuschauer

von Friedmar Richter

Montagmorgen, der Blick aus dem Fenster bestätigt, was Wieland und ich schon durch das leichte Trommeln auf dem Dach vermutet hatten: Es regnet. Zudem ist die Temperatur um etwa 10°C gefallen. Gestern Vormittag noch hatten wir bei strahlendem Sonnenschein auf der letzten Etappe des Sandstein-OLs bei Doksy geschwitzt, ein kurzes Bad im See genommen und uns anschließend für die rund 80 Kilometer lange Überfahrt nach Norden Richtung Isergebirge auf's Rad geschwungen.
Wir befinden uns in Karlov, nur einen Steinwurf vom Josefuv-Dul-Stausee entfernt, der einigen sicher von winterlichen Skirunden ab Bedrichov bekannt sein dürfte. Hier liegt die Potkavarna u Havrana (Herberge zum Raben): ein Gasthof, mit dem sich zwei tschechische OLer den Traum von einer Hütte in den Bergen erfüllt haben, nachdem sie selbst schon viel in der Welt herumgekommen sind.
Jetzt holen sie die Welt zu sich nach Hause, indem sie zusammen mit dem WM-2021-Chefkoordinator Jan Picek schon zum zweite Mal eine OL-Trainingswoche für Nationalteams aber auch Otto Normal-OLer namens Jizerky O-Fest anbieten. Das Paket umfasst eine Woche Unterkunft mit sportlergerechter Vollverpflegung (auf Wunsch auch vegetarisch oder vegan), genug hochwertiges Kartenmaterial für durchschnittlich zwei Trainings pro Tag und auch ein OL-Rätselheft sowie Touristeninfos zu Liberec und Jablonec für den entspannteren Zeitvertreib. Außerdem hat man die Möglichkeit, abends per 3DRerun die Trainings am Beamer im Speiseraum professionell auszuwerten. Alles super also - bis auf das Wetter. Jan Picek drückt es so aus: "Im Isergebirge ist es entweder steil oder es regnet - oder beides." ganzen Artikel lesen...

    Jizerky O-Fest - Kartenbeispiel

06.08.2020

Sandstones/Pískovce: Ostsee, Sächsische Schweiz & Malle im Sparpaket

von Pepa Neumann & Patricia Nieke

Der erste Jahrgang eines zukünftig legendären Wettkampfes fand trotz Corona statt. Tiptop.
Auch ein paar kleine, grüne Männchen sicherten sich eng limitierte Startplätze. Das Zentrum des Wettkampfes lag in wunderbarem Sommerwetter direkt am Machasee (Máchovo Jezero). Spätestens beim Weg zum Start prallten zwei Welten aufeinander: Das bunte, lustige OLer-Völkchen und die Besucher des Malle Tschechiens.
Wie erfahrene Besucher OL-Tschechiens bereits ahnen, war das Wettkampfgelände vollgespickt mit spannenden Sandsteinformationen, die gemeinsam mit zahlreichen tiefen Tälern für knifflige Routenwahlen sorgten und volle Konzentration forderten. Besonderheit des Geländes ist, dass es jahrelang sowjetisches Militärgelände und deshalb für Zivilisten gesperrt war. Die Spuren davon fand man hier und da im Gelände als unregelmäßige Löcher wieder. Kurze Unachtsamkeiten strafte das Relief mit einer ordentlichen Portion Zusatzhöhenmeter. Damit es wirklich nicht zu einfach wird, ließ der Veranstalter am ersten Tag die Kuppen auf der Karte weg. Vertieft in die exakte Navigation von Posten zu Posten durch die Felswände, fand man sich überrascht, dass es schon vorbei ist, im Ziel wieder. Überall erblickte man dort strahlende Gesichter. Den Tschechen ist vermutlich gar nicht so recht bewusst, in was für einem OL-Paradies sie da leben.
Nach dem Wettkampf sorgte der nahe Machasee für Abkühlung. Wer es vom Ziel nicht zurück ins Wettkampfzentrum zu Smazený Sýr und Gulasch schaffte, konnte sich auf dem Weg dahin ausgiebig mit Blau- und Preiselbeeren stärken.
Durch das gesamte Wochenende führte als Kommentator unser Marda (Marek Novotný), der zeigen konnte, was das Studium in Dresden bringt, indem er gleich dreisprachig alle relevanten Wettkampfinformationen verkündete.
Die Herren-Elite wurde von den Schweizer Hubmännern (Daniel und Martin) dominiert. Das Podest komplettierte der 22-jährige Daniel Vandas und lies so viele namhafte Gegner, inklusive einem Weltcupsieger, hinter sich. Die Damen-Elite war deutlich enger umkämpft: nach 3 Wettkämpfen setzten sich die Tschechinnen Denisa Kosová, Tereza Janosiková und Lenka Mechlová durch.
Auch der USV konnte ein paar schöne Erfolge vermelden: Pepa Neumann gewann (Undercover im Turnov-Trikot) die H35, Conny Eckardt siegte in der D50 souverän, Helmut Conrad gewann fast selbstverständlich die H75 und die kleine Minna Trültzsch stürmte in der T10P gemeinsam mit ihrem Papa auf einen 3. Platz.

    Routegadget - Gesamtergebnis - Bilder