11.03.2009

(Eis-)kalter Auftakt

von Annegret Fromke

Um etwas Abwechslung in die Berichterstattung zu bringen, gibt es statt eines Artikels, diesmal ein Interview mit dem Gesamtleiter der Radebeuler Saisoneröffnung Gerd Zimmermann (SSV Planeta Radebeul). Die Fragen stellte Annegret Fromke.

Aus welcher Altersklasse hätten Sie den Sieger der Strecke mit 6,7km und 345hm erwartet und wie sehen Sie das Ergebnis?

Eigentlich erwartet man beim Gegenüberstellen der 6 Altersklassen, die auf der Bahn D gelaufen sind, wahrscheinlich die H16 oder eventuell einen Läufer aus der H21AK vorn. Nun hat aber Johanna Schmidt in der D18 auf dieser Bahn die schnellste Zeit hingelegt. Ich weiß nicht, ob das für die D18 oder gegen die H16 spricht. Unabhängig von der Bahnlegung (wo ich im Nachgang durchaus der Meinung bin, das diese Strecke etwas leichter hätte sein können) und der widrigen Witterungsbedingungen auf der "Hausdorfer Höhe" ist festzustellen, dass die Leistungsfähigkeit in den jungen Klassen von Jahr zu Jahr nachlässt. Dieser Trend ist auch bei den Starterfeldern zu beobachten. Während die Seniorenklassen regelmäßig relativ gut besucht sind, werden die Startlisten in den Nachwuchsklassen leider immer kürzer. Sehr deutlich wird dies beispielsweise in der Klasse H14. Während die Siegerzeit 2004 mit rund 35 Minuten auf vergleichbarer Streckenlänge noch fast eine Punktlandung bezüglich der Regelordnungsvorgabe war, benötigte der Sieger in diesem Jahr rund eine Stunde für seine Strecke. Basis für die Streckenlängenfestlegung für die Saisoneröffnung 2009 war eine Auswertung der Bahnlängen und Laufzeiten der Saisoneröffnung 2004 im gleichen Gelände. Entsprechende Korrekturwerte habe ich in der Bahnlänge 2009 berücksichtigt. Das Wetter war zwar etwas besser, jedoch waren auch damals viele Waldwege vereist.


Waren Sie mit der Teilnehmerzahl zufrieden?

Ja, obwohl verschiedene gemeldete Läufer nicht gestartet sind, war die Teilnehmerzahl in diesem Jahr mit 202 gestarteten Läufern mit den Starterzahlen der letzten Jahre (2008 in Merzdorf: 210) vergleichbar.


Haben Sie mit Schnee gerechnet oder war dies eher überraschend?

Wir haben bei unseren Saisoneröffnungswettkämpfen schon mit den verschiedensten Schlechtwettersituationen fertig werden müssen. Erinnert sei beispielsweise an die Saisoneröffnung 2006 in Gröden, wo wir mit einem Wintereinbruch mit reichlich Alt- und Neuschnee fertig werden mussten, oder 2005 am "Neuen Anbau" als wir die Zielpflichtstrecke mit der Schneeschippe freigeschaufelt haben. Ungünstig wirkt sich auch der der zentralen Terminplanung (BRL) geschuldete noch um eine Woche frühere Termin aus, worauf wir aber keinen Einfluss haben. Anfang März muss man aber immer mit solchen Wetterverhältnissen rechnen. Aufgrund des günstigen Wetters in der letzten Woche hatten wir jedoch gehofft, dass das Eis auf den Wegen noch bis zum Wettkampftag wegtaut und die Gefährdung der Läufer reduziert wird.


Wie beurteilen Sie den Charakter der Strecken (O-technischer Anspruch, Höhenmeter, Länge)?

Ich als Bahnleger möchte dies nicht beurteilen, das können die Läufer besser. Ich habe von drei Sportfreunden ein Feedback bekommen, denen waren die Bahnen zu leicht bzw. zu einfach. Die diesbezügliche Kritik in der Klasse H70 ist im Nachgang betrachtet berechtigt. Analysiert man die Laufzeiten, so entsprachen die Laufzeiten in 10 Klassen etwa den Richtwerten (Abweichung +/- 10%), in 6 Klassen waren die Laufzeiten kürzer und in 16 Klassen waren die Laufzeiten der Erstplazierten zu lang. Um in diesem Gelände mit den zwei dominanten Tälern und den durch Forstarbeiten gesperrten Teilflächen anspruchsvolle Bahnen mit Routenwahlvarianten anzubieten, müssen zwangsläufig einfach auch ein paar Höhenmeter zusammenkommen. In Kenntnis des Wetters hätten einige Bahnen im Nachhinein kürzer sein können, oder die Zuordnung der Klasse zu einer Bahn anders erfolgen können. Dies ist jedoch das Los eines jeden Bahnlegers. Es allen Läufern recht getan ist eine Kunst die nie ein Bahnleger kann.


Waren Sie mit der Organisation des Wettkampfes zufrieden (genügend Helfer, Patzer während des Wettkampfes, Schwierigkeiten wegen Wetter)?

Organisation Ja, Wetter nein. Auf letzteres hatten wir leider keinen Einfluss. Ansonsten sind wir bei Planeta bezüglich der Wettkampforganisation ja eine gut eingespielte Truppe. Jedes kleine Team (Start, Ziel, Postenhängen, Parken, Tee, Org.-Büro, Auswertung, Öffentlichkeitsarbeit u.a.) kennt seinen Aufgabenbereich und beherrscht diesen gut. Das macht die Organisation nicht sonderlich schwierig. Pannen: Außer dem Wetter und das das Bäckerauto zu spät kam, gab es keine. Zumindest keine, auf die wir hätten Einfluss nehmen können.

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