10.07.2011

Nachlese: Tagebuch eines EYOC-Teilnehmers

von Patricia Nieke

Wie auch schon viele Male zuvor nahmen an der diesjährigen EYOC (European Youth Orienteering Championship) viele Jugendliche unterschiedlichster Nationalitäten teil.
Diesmal waren es 336 Wettkämpfer aus 29 europäischen Ländern und Israel, die in JindÝichýv Hradec (Südböhmen) vom 24. bis 26. Juni teilnahmen.
Für Deutschland traten unter anderem die beiden TU-OLerinnen Theresa Flechsig und Patricia Nieke an. Sie haben ihre Erlebnisse in einem kurzen Tagebuch zusammengefasst:


Mittwoch, 22. Juni 2011
Anreisetag.
Schon vor Prag verfahren - aber so konnten wir uns wenigstens die tschechischen Dörfer ansehen.
Nachmittags gab es ein Training , das aus drei Teilen bestand: erster Teil - Linien-OL, zweiter Teil - normaler OL, um eben die Landschaft und alles kennenzulernen, dritter Teil: abkühlende Schwimmeinheit.

Donnerstag, 23. Juni 2011
Wetter:
Auffällig durchschnittliches Wetter: also wolkig, bedeckt, nicht allzu warm; dann am Nachmittag doch heiß mit anschließendem Regenschauer.

Training:
Modelevent für die Langdistanz in einem Gelände ganz nah beim richtigen Gelände.
Dabei durfte sich jeder eine eigene Strecke in einem Postennetz von rund 10 Posten aussuchen.
Schon hier wurde klar, dass man diesmal nicht mit den üblichen tschechischen Felsen zu kämpfen hat.
Anschließend durften wir uns noch an die Sprintdistanz gewöhnen, indem wir uns durch unsere "Heimatstadt" JindÝichýv Hradec einen Weg bahnten. Dabei konnten wir uns schon Auffälligkeiten genauestens ansehen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den verschiedenen Grüntönen, die in natura gar nicht so unterschiedlich sind.

Freitag, 24. Juni 2011
Wetter:
Sonne und einige Regenschauer zu irrelevanten Zeitpunkten.

Wettkampf:
Den Auftakt der diesjährigen EYOC machte der Sprint bei dem man ordentlich hacken musste.
Das Gelände war teilweise Altstadt, teilweise Park und teilweise Neubaugebiet.
Vor dem Start mussten alle Läufer in eine Quarantäne-Zone. Das ist ein abgesperrter Bereich, den die Läufer bis zu ihrem Start nicht verlassen dürfen. So soll vermieden werden, dass Informationen über die Strecke weitergegeben werden und später startende Läufer Vorteile haben. Ebenfalls um keine Informationen über die Strecke zu erhalten, gab es die Postenbeschreibung erst im Vorstart.
Die Strecken waren knapp über 2 km lang. Gleich zum 1. Posten hatten alle Bahnen Routenwahlmöglichkeiten, die über bis zu 30 Sekunden entscheiden konnten.
Zwischendurch gab es eine kleine Sichtstrecke. Bis zum Schluss war Konzentration gefordert, denn in die Strecken waren einige Fallen eingebaut, in die auch der eine oder andere rein trat. So gibt es auch bei großen Wettkämpfen Disqualifikationen wegen fehlender Posten.
Patricia erreichte einen zufriedenstellenden 31. Platz (von 84 Teilnehmer). Theresa wurde durch einen Fehler weiter zurückgeworfen als erhofft. Ansonsten befand sich das deutsche Team vorwiegend in der vorderen Hälfte.
Samstag, 25. Juni 2011
Wetter:
perfekt: nicht zu warm, nicht zu kalt mit Sonne.

Wettkampf:
Alles andere als perfekt. Das Gelände war typisch tschechisch, aber mit wenigen Steinen und relativ viel Grün. Wie auch schon beim Sprint gab es eine Quarantäne-Zone.
Da man bei einer Langdistanz auch sehr lange im Wald ist, lud es auch sehr zum Verlaufen ein, wovon zumindest die TU-Mädels sehr viel Gebrauch machten. Auch sonst war die deutsche Mannschaft nicht sonderlich zufrieden mit ihren Ergebnissen.

und sonst:
Um den missglückten Wettkampf des Vormittags zu vergessen, kam die am Abend stattfindende EYOC-Party genau richtig.

Sonntag, 26. Juni 2011
Wetter:
neblig, verregnet, nass, kalt.
Pünktlich zur Rückfahrt: Sonne, Wärme, strahlend blauer Himmel.

Wettkampf:
Den krönenden Abschluss bildete die Staffel.
Der Wettkampfwald war extrem abwechslungsreich: Es gab gut belaufbaren Hochwald a lŠ Berliner Wald und übermannshohe Brennnesseldickichte, fiese Posten in kompliziertem Felsgelände und einfache Posten zum Wegerennen. Das deutsche Team brachte alles in allem sehr solide Leistungen. Die D16-Staffel bestehend aus Startläuferin Leonore Winkler, Mittelläuferin Hanna Müller und Schlussläuferin Patricia Nieke befand sich sehr konstant um Platz 9 herum (21 Mannschaften), wo sie letztendlich auch landete. Besonders zu betonen ist die H16-Staffel die nach Startläufer Moritz Döllgast und Mittelläufer Mark Otto einen erfolgverheißenden 2. Platz erlaufen hatte.
TU-Läuferin Theresa Flechsig rannte mit Susen Lösch und Jan-Felix Topp eine H18-Staffel , die so einige weitaus männlicher besetzte Staffeln hinter sich ließen.

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