25.06.2012

104 Posten, die man auf dem Heller vergeblich suchte

von Rico Müller

Als ich erfuhr, dass der Vielposten-OL dieses Jahr nicht auf dem Heller stattfinden soll, war ich ziemlich enttäuscht, da mein erster Vielposten-OL am 28.02.2009 auf dem Heller ein wirklich unvergesslich schönes Erlebnis war. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich dank Anne Koch schon zwei Monate mit dem Thema OL beschäftigt, etwas trainiert und war glücklich, die 56 Posten in 70 Minuten in der richtigen Reihenfolge gefunden zu haben.

Das Gelände bei Stölpchen hat sich aber als ebenso schön und abwechslungsreich herausgestellt, es gibt dort auch ganz viele Löcher, in denen man die Posten perfekt verschwinden lassen kann. Und es ist nicht, wie der Heller, inzwischen von bösartigen und wehrhaften Dornengewächsen durchsetzt. Auch der Brombeerbewuchs hält sich in Grenzen. Die Bahnlegerin Elisabeth "Elli" Drechsel hat sich da wirklich ganz große Mühe gegeben, uns nicht allzu sehr durchs Dickicht zu schicken.

Der Lauf war sehr abwechslungsreich in verschiedene Gebiete unterteilt. Es gab schöne lichte Hochwälder, sumpfartige Gebiete (zum Glück ohne viel Wasser), landschaftlich wunderschöne offene Passagen über große und kleine Wiesen, die zum Teil mitten im Wald lagen und sich beim Drüberlaufen auch mal als kleiner Getreideversuchsanbau herausstellten. Der sehr lobenswert mit Ausschnittvergrößerung dargestellte Bereich mit vielen großen Löchern erinnerte schon ein wenig an Läufe in den Alpen, in Karstgebieten. Zum Glück waren hier die Posten leichter zu finden.

Wer unterwegs keine Lust mehr zum Laufen hatte, konnte sich voll den Heidelbeeren widmen. Da ich aber als einer der letzten Starter fürchten musste, die Posten inzwischen abgebaut zu bekommen, beschränkte sich bei mir der Heidelbeerkonsum auf die Aufnahme durch die Haut bei diversen Bodenkontakten. Meine Armbanduhr hatte auch reichlich abbekommen, was ich mir aber nicht erklären konnte, waren die Heidelbeeren auf meinem Rücken...?

Meinen Entschluss, allen 104 Posten, von den fleißigen Helfern der TU-Jugend mühevoll im Wald versteckt, einen Besuch abzustatten, habe ich nicht bereut, denn es war ein wunderschöner Lauf. Er war konditionell (mit 11 km mein bisher längster OL) und orientierungstechnisch anspruchsvoll, aber wo hat man schon mal die Möglichkeit, so viel OL zu bekommen?! Bei herrlichem Wetter in wunderschöner Landschaft gaben sich alle Organisatoren und Helfer ganz große Mühe, uns einen wunderschönen Tag zu bereiten - und das ist ihnen auch in vollem Umfang gelungen. An schattigen Plätzchen im Wald am WKZ konnte man den Lauf bei guter Gastronomie - Achim und allen Helfern sowie den fleißigen Kuchenbäckern sei Dank - noch ganz in Ruhe ausklingen lassen.

Also noch mal: ein ganz großer Dank an die Jugend unseres Vereins für diesen schönen Wettkampf!

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