12.07.2012

WUOC 2012: Rückblickbericht

von Anna Reinhardt

Zwischen Prüfungen und anderweitigen Orientierungslauf-Großveranstaltungen machte sich auch eine kleine deutsche Delegation ins Land des (zu dem Zeitpunkt noch zu ermittelnden) Fußball-Europameisters auf, um an den diesjährigen 18. Studenten-Weltmeisterschaften in Alicante teilzunehmen und eine Woche spanischen Sommer zu erleben. Hier ein kleiner Abriss meiner World University Orienteering Championship (WUOC) 2012.

Sonntag, 1.7.
Abflug aus Deutschland. Auf gehtís nach Palma de Mallorca. Ich hätte nie gedacht, dass ich dort mal vorbeikomme... Mit einiger Verspätung und ein bisschen Verlust (Christoph muss dann wohl den nächsten Flug nehmen) landen wir schließlich in Alicante. Ich bin beeindruckt von der weiten trockenen Landschaft, den Felsformationen, den Palmen. Willkommen in der spanischen Sonne!

Montag, 2.7.
Der Morgen begrüßt das (inzwischen vollständige) Team mit sonnig warmen Temperaturen zum Model-Event. Ein erstes Mal durch dorniges Gestrüpp steigen, ein erstes Mal im steinigen Olivenhain Böschungen erklimmen, ein erstes Mal Wegrouten gegen felsige, ruppige Talquerungen testen. Und ein erstes Mal am Strand ins Mittelmeer springen! Abends gehtís zur Eröffnungsfeier in den nahe gelegenen Park. Mit Feuerspielen und akrobatischen Tanzeinlagen werden alle 28 Nationen begrüßt. Ein überraschend schönes Wiedersehen gibt es für mich mit der polnischen Mannschaft. Gleich drei(!) von meinen Lodzer Vereinskollegen sind für Polen am Start :)

Dienstag, 3.7.
Die Langdistanz ruft. Für das deutsche Team begeben sich außer mir (Uni Erfurt) noch Myrea Schröter (TU Dresden), Sören Lösch (TU Chemnitz), Paul Lützkendorf (TU München) und Bjarne Friedrichs (Uni Göttingen) auf die mit einigen Höhenmetern gespickten Strecken. So manch eine Routenwahl auf langen Schlägen durchs steinige Gelände von Tibi wechselte sich mit eng beieinanderliegenden Schmetterlingsposten ab. Wer endlich mal wieder einen Trinkposten erreichte, war froh über die dringend benötigte Wasserversorgung.

Mittwoch, 4.7.
Die Sprintentscheidung wird in der Altstadt von Alicante ausgetragen. Alle Läufer gelangen per Aufzug in die über der Stadt thronende Festung "Santa Barbara". Der gigantische Ausblick lässt die Vorfreude auf den Lauf noch steigen und die Hitze vergessen. Und dann geht es los in die engen, verwinkelten Gassen und auf die endlosen Treppenstufen. Aufgrund der teilweise ungenauen Karte kam es leider zu einigen Ver(w)irrungen unterwegs und regen Diskussionen im Nachhinein. Die dominierenden Schweizer und Tschechen freuten sich über einige weitere Medaillen.

Donnerstag, 5.7.
Die Mitteldistanz findet (wie auch die Staffel) im diffusen, halboffenen Gelände um Santa Pola statt. Die Stromleitungen und Höhenformationen helfen hier noch am besten bei der Orientierung zwischen den sichtraubenden halbhohen Pinienbäumen und Büschen. Fast alle deutschen Läufer begeben sich auf die schönen Strecken durch die tiefen felsigen Taleinschnitte und platzieren sich zufrieden größtenteils im ersten Drittel des Läuferfeldes.

Freitag, 6.7.
Die letzte Entscheidung steht an. Unsere Damen starten zur Staffel in der Reihenfolge Esther Doetsch (Uni Münster), Myrea Schröter und Anna Reinhardt (Uni Erfurt). Das Herrenteam stellen Christoph Brandt (Uni Wien), Bjarne Friedrichs und Sören Lösch. Sowohl das Gelände, als auch die (zumindest gefühlt noch einmal gestiegenen) Temperaturen machen manch einem zu schaffen. Trotzdem wird es ein gelungener Abschluss der spanischen Läufe und auch die Trainer und Betreuer dürfen nochmal ins Gelände. Das Wichtigste ;) kommt zum Schluss: Die berühmte Abschluss-Party steigt am Abend nach der offiziellen Verabschiedungszeremonie.

Samstag, 7.7.
Schon naht der Abschied. Die ersten starten morgens recht zeitig gen Heimat. Sören und ich genießen noch den halben Tag am Strand und in der Stadt von Alicante, bevor auch wir in den Bus zum Flughafen steigen. Es war wiedermal eine wundervolle Woche. Wir werden die spanische Sonne vermissen! Vielen Dank an die Organisatoren und an adh-Delegationschef und Trainer Nikolaus Risch. Auf ein neues in zwei Jahren zur 19. WUOC in Olomouc in der Tschechischen Republik!

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