08.08.2012

O-Ringen unter schwedischer Sommersonne

von Thomas Rewig

Jedes Jahr wieder findet im Sommer in Schweden eines der größten Orientierungslauf-Festivals der Welt statt. Eine Woche lang messen sich von der Weltelite bis zum Freizeitsportler Tausende OLer mehr oder weniger leistungsorientiert in ihren jeweiligen Kategorien. Da O-Ringen einer dieser Mehrtages-Wettkämpfe ist, den man als OLer mindestens einmal im Leben gelaufen sein sollte, waren auch dieses Jahr wieder Sportler vom USV TU Dresden mit dabei.

Diesmal lud die Region Halland in die südwestlich gelegene Küstenstadt Halmstad ein. Auch wenn man ob der Lage dieser Stadt und der Jahreszeit auf sommerlich warme Temperaturen gehofft hatte, wurden sämtliche Erwartungen sogar übertroffen. Bei italienischen Verhältnissen mit fast 30C und wolkenfreiem, blauem Himmel, ließ es sich so nach den Wettkämpfen hervorragend an den Sandstränden des Kattegatt entspannen und neue Energie tanken. Dies war auch notwendig, denn das teilweise ziemlich steinige, sumpfige, steile und ruppige Terrain hatte es wirklich in sich und, gekoppelt mit den sehr warmen Temperaturen, war besonders auf den langen Strecken eine gute Grundlagenausdauer vonnöten.

Das O-Ringen Festivalgelände war diesmal auf einer Militärbasis am Rande von Halmstad positioniert. Leider waren die angrenzenden Zeltplätze teilweise recht verstreut, so dass nicht zu 100% das typische O-Ringen Festivalgefühl aufkam. Auch war die Logistik teilweise nicht sehr gut durchdacht und so gab es immer wieder stundenlange Staus zu den Wettkampfgeländen. Zwar war es recht problemlos, eine neue Startzeit zu bekommen, jedoch flattern schon die Nerven, wenn man trotz zwei Stunden Reserve zu spät zu seinem Start kommt.

Das sportlich interessanteste Ergebnis für den USV konnte unser diesjährige Welt- und Vizeweltmeister Helmut Conrad in der H70 vorweisen. Nach einem tollen 1. Platz bei der Langdistanz am ersten Tag, machte er bei der Mitteldistanz am 2. Tag einen größeren Fehler und fiel in der Gesamtwertung auf den 3. Platz zurück. Zwar konnte er sich am 3. Tag durch einen überragenden Lauf wieder auf den ersten Gesamtplatz zurückkämpfen, machte jedoch am 4. Tag erneut einen großen Fehler und konnte dadurch auch dem späteren Sieger und diesjährigen Langdistanz-Weltmeister der M70, Björn Linnersjö, am letzten Tag nicht mehr gefährlich werden. Jedoch ist der 2. Platz ein tolles Ergebnis, zu dem wir Helmut herzlich gratulieren.

Nachdem dieses Jahr O-Ringen ziemlich weit südlich stattfand und es dadurch in den Wäldern durch die Wege noch ein mitteleuropäisches Flair gab, wird es im nächsten Jahr sehr weit nördlich in Boden (Lappland) stattfinden und richtiges skandinavisches Terrain ohne viele Wege bieten. Vielleicht sollte man sich den Termin Ende Juli 2013 schon einmal vormerken.

    O-Ringen 2012 - Ergebnisse - Bilder und Karteneindrücke