10.04.2013

Ostereier(ei) im Schnee - sächsisches Kinder- und Jugend-TL

von Wieland Kundisch

Der Geyersche Wald und die Greifensteine liegen über 600 und 700 m hoch. Der Schnee lag knöchel- bis kniehoch, Kürzeren mancherorts auch (fast) kopfhoch. Was wollte man in den Osterferien Winter ahnen, zu Pfingsten im Vorjahr als uns zum Post-3-Tage-OL die Sonne die Rüben wärmte.
Rainer Müller hatte in der Jugendherberge Hormersdorf mitten im (weißen) Wald schließlich für über 70 Kader, Kinder und Betreuer Unterkunft gebucht. Den TU-OLern zur Vereinsmeisterschaft noch in milder Herbstatmosphäre vertraut.

Kaum einer von uns hatte Skier mit. Gut, einer, nach Autoschlüsselverlust zweie. Viele Hauptwege waren zu Langlaufpisten präpariert. Unsere mountainbikenden Mitbewohner sahen keine Chance für ihren Sport, sattelten auf handliche Loipengefährte um.
Was machten wir? Das Beste draus: Wir - Großen - kürzten und strichen bzw. alterierten je 2 Einheiten. Kompass-OL wäre bei den Witterungsverhältnissen für die Kader für die Katz gewesen. Spuren minderten schon so die O-Komponente - für sturre Spurenfolger. Ein Kader strich jedoch heraus, dass die Schneedecke, die so manche niedrigere Details unter sich verbarg, ein Vereinfachen bzw. anderes Orientieren forderte.
Dass Spuren auch so ihre Tücken haben, verriet ein Korridor-OL gleich zu Beginn mit - angekündigten - Fehlposten (ohne Code). Die Postensetzer bemühten sich ihre zu "verwischen" und Vordermännern wird allzu oft "blind" gefolgt.
Routenwahl- und Isohypsen-OL fanden trotzdem viel Anklang. Auch eine nächtliche OL-Meile mit Stirnlampen sorgte für muntere Stimmung im kalten Wald. Bäche wurden, wenn auch nicht angenehm, meist gut gefunden.
Ein Karussell-OL stellte den Kadern die Aufgabe selbst Posten lagerichtig zu stellen und eine Staffel rundete den Kreis des O wieder vereint mit der Nicht-Kader-Meute spannungs- und hingebungsvoll.

Das Laufen an sich kam nicht zu kurz, die Beine mussten deutlich gehoben werden. Da es auf die Dauer Stapfen wurde, schlossen die Hilfstrainer mit Beine lockerenden und laufenlassenden Wegerunden um den Stauschneesee. - An dieser Stelle und auch im Bewusstsein der Kader noch einmal einen dankenden Knicks an euch!

Auch der Spaß kam gerade auch dabei nicht zu kurz: Schneebälle flogen im Gegenlauf und beim Auflauern. - Unbewusstes Training: Rennen, zielen, ducken.
Zudem durften die Kader ein abendliches Spaßbad nehmen. Nicht im Stausee; beheizt im Whirlpool. Und statt auf Eis rutschend, auf dem Bauch und alle hintereinander...

An wichtiger Dehnung und auch Kräftigung fehlte es auch nicht; die leitete Sandra Juras vom OL Görlitz gelobt an.
Die Einheiten mit Karten wurden zudem teils mit Routegadget und in Gruppen anschaulich durchgesprochen.
Für die SI-Auswertungen hier ein besonderer Dank an Vereinsmitglied Holm Krüger.

Eine letzte teambildende Maßnahme bereitete der Osterhase persönlich vor. Verspätet - bei dem langen Winter kein Wunder. Er versteckte Schokolade - im Schnee keine Schwierigkeit. Ich kringelte es auf ein paar Karten ein. Gedächtnis-Score, jahrgangsweise Intervallstart. Wie die noch toben konnten. Und Stichwort teambildend: "Du gibt's mir ein gelbes, ich dir ein blaues Ei. Ach, hast doch nur ein rotes...?"

Wer sich fragt, was unser Achim, Joachim Gerhardt auf dem Gruppenbild hält, welches Rolf Heinemann machte: eine leere Obstschale bzw. eine von geschältem Obst leer gegessene Schale. An Energie und Essen fehlte es also auch nicht. Wenn, dann fehlte es dem einem und seinen Zimmergenossen eher an Schlaf.

Am Samstag wurde beim Lohwald-OL, den Post Chemnitz gerade auch wiederholt für uns durchführte, Geübtes gesucht umzusetzen und sich an ein paar cm weniger Schnee gefreut.

Nächstes Ostern vielleicht mal wieder Tschechien. Ohne Schnee und mit etwas weniger (lauten) Leuten.

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