15.09.2014

Staffel ist nicht Einzel – theoretisch

von Wieland Kundisch

Der gemeine OLer, von Natur aus meist ein Einzelkämpfer sobald dem „Wir-treffen-uns-am-ersten-Posten-Alter“ entwachsen, kann auch anders, er kann auch abschlagen und sich gemeinsam über Fehler ärgern.
International zählt der Staffelweltmeistertitel ganz besonders und erlebte er durch die – gemixte – Sprintstaffel dieses Jahr eine weitere Aufwertung. Welches Team ist heute das konstanteste? Staffeln können spannend sein. Für Läufer und Fans, Gelaufene und noch Laufende. Vorausgesetzt, es läuft in einer Klasse mehr als eine Staffel. Bis 2001 war die klassische Wald-WM-Staffel noch 4er-Staffel! In Bayern sind sie schon bei 2er-Staffeln – in denen jeder 2-mal läuft. In Thüringen fiel die LM Staffel parallel zur sächsischen aus bzw. findet sie später statt. Würden sich mehr bundesländerübergreifende Zusammenlegungen lohnen? Oder wäre das dann zu weit? Oder reizen doch mehr die OL im Nachbarausland? Oder oder

Die SG Dittersdorf lockte mit neuer Karte ins Zwönitztal nach Einsiedel in den Niederwald südöstlich Chemnitz‘.
Ich bin für mehr Wochenend- und weniger Wochentage! Oder wenigstens für eine längere Herbst-OL-Saison mit mehr Pausen. Die gelb-schwarze Dresdner „Post“ hatte zwar Jugendstaffeln und Familienstaffel, aber eben auch eine orientierungsfreie Parallellaufveranstaltung zu betreuen. - Zu der der Dresdner Frauenlauf eine weitere Parallelveranstaltung war, bei dem Patricia Siegert die 5km gewann. - Selbst wir, der große grüne Verein, machten uns in der H19 nicht einmal selbst Konkurrenz wie in den letzten Jahren, wo wir auch der Leipziger Kurzstreckenstaffel noch mit den meisten Startern den Aufwand ihrer Existenz halbwegs berechtigten. Ihr System in Ehren: für jeden was dabei und das für die meisten mehrmals und meist volles Staffelgefühl bis zum Schluss.

Wie auch immer, ich stand benieselt unter herbstlich grauem Himmel im „Mengenstart“ im nassen Regenwaldrandgebiet. „Aufgeregt“. Nicht dass es einen Grund dafür gab, außer dies für den D-Cup eventuell zu üben. Erste Hürde: die H14er-Reihe vor mir. Bis zum O-Beginn vorbeigeschlängelt und ab da war’s leider ein Einzelrennen für mich Startläufer. Der 30m-Hang zum ersten Posten hoch glich einem Sommer-TL-Bergsprintberg – oben mein Posten. Aber oben angekommen, ging’s zwar gemächlicher, aber doch auch noch weiter hoch. Nicht schlapp machen, wir müssen gewinnen! Wir hatten zwar auch unsere AK zu verlieren, aber das war alles, was wir mussten – Durchkommen ohne Fehlst. Also Code kontrollieren! Das übte ich diesmal im Gegensatz zum letzten WE auch, wo die HE beinahe durchnummeriert war. Vereinsmeisterschaftscharakter bekam der OL aber für mich. Viele zusammen los und scheinbar jeder seine Bahn. Aber 25min waren bei den Höhenmetern und der Postenzahl nicht drin, dafür ein falscher Posten zum Posten vorm Sichtposten – der richtige aber auch. Zum Lernen und um den voraussichtlich am wenigsten schnellsten Staffelpartner eine Bestzeitfreude zu bescheren. Vergleichen konnten wir, wo doch das Allermeiste gleich war, und auch jeder insgesamt richtig stempelte. So wurden wir Meister und Letzter, beherrschten sozusagen das ganze Feld.

Die Damen19 gewann der USV auch und wurde damit und da immerhin vorletzte Staffel.
Hagen Nieke bedauerte etwas seinen letzten Platz in der H175, der zugleich aber auch der silberne war. Unsere 18er liefen wiederum mit dem 2. Platz ins Mittelfeld. Ebenso wie unsere 145erinnen – wobei knapp nach vorne: keine Minute Rückstand, sondern 59 Sekunden.
Ganz knapp schien auch die teilnehmerstärkste Klasse durch Schlussläufer Heiko Gossel golden entschieden, sein junger Verfolger Frank Sickert (Planeta Radebeul) wurde aber knapp hinter ihm einlaufend Sieger der H175. Also war der Vorsprung unserer 1. H145-Staffel nicht ganz so knapp. Unsere 2. Staffel hier wurde unter den immerhin sieben Staffeln vierte.
Unsere Rahmenstaffel gewann mit Streckenvergleichbarkeit zur D19.
Für unsere 3 Jüngsten war es etwas schwer, aber schön, dass sie und andere Jugendliche liefen – nicht zuletzt als Training für die JLVK-Staffel in einer Woche.

Es ist wie es ist. Zumindest sind wir Eigenbrödler in unserer geringen Zahl zahm, mehrheitlich dankbar, irgendwie schon schön gemeinschaftlich und bleiben nicht wie Fußballer „im Rasen hängen“. So im Radio auf der Rückfahrt gehört.

    Ergebnisse Sächs. Staffelmeisterschaft - Patricia? nee, Marek! - "Da war ich Schnellster." - "Meine Gabel war länger." - Ergebnisse Post-Chemnitz-Doppelsprint