24.05.2016

Internationaler 3-Tage-OL nahe der Lebkuchenstadt Pulsnitz

von Henryk Dobslaw

Es war erwartungsgemäß kein reines Zuckerschlecken, das die Sportfreunde des Post SV Dresden am Pfingstwochende rund um die Luchsenburg östlich von Pulsnitz in die Wälder gezaubert hatten. Eher war es ein Genuss-OL der besonderen Art, der auch langjährige Aktive und selbsternannte Könner durchaus vor so einige Herausforderungen stellte. Eröffnet wurde der 3-Tage-OL mit einer Mitteldistanz rund um den östlich vom Wettkampfzentrum gelegenen Hochstein: zahlreiche Steinfelder und stellenweise wirklich bissiger Unterwuchs prüften zunächst die Physis der Läufer, ehe im letzten Drittel der Bahnen eine Reihe von diffizilen Gelb/Grün-Gebieten mit etlichen eng gesetzten Posten und schnellen Richtungswechseln höchste Aufmerksamkeit und saubere Feinorientierung erforderten.

Wer sich mit Blick auf relativ lange Bahnlängen und geringe Postenzahlen für die am Sonntag angesetzte Langdistanz auf der Karte "Ohorner Steinberg" ausschließlich auf schwierige Routenwahlen eingestellt hatte, erlebte gleich zu Wettkampfbeginn eine kleine, feine Überraschung: Während die Startanlage noch recht konventionell auf einer Schneise installiert war, führten von der Kartenausgabe kurze Pflichtstrecken zu -- wenn ich richtig gezählt habe -- mindestens zwei für die verschiedenen Klassen unterschiedlichen Orientierungsbeginn-Punkten mitten in einem etwas unübersichtlichen halboffenen Gebiet: Und obwohl die ersten Posten von dort aus regelmäßig fast in Rufweite lagen, konnten sich etliche Läufer bereits in diesem frühen Abschnitt des Wettkampfes erstaunliche Rückstände erarbeiten. Die später im Lauf dann natürlich doch noch zu lösenden Routenwahl-Probleme boten bis in die hohen Altersklassen höchste Schwierigkeiten und sorgten für umfangreichen Gesprächsstoff auf der Zielwiese, auch wenn das Wetter an diesem Tag durchaus einige Wünsche offen ließ.

Die abschließende dritte Etappe wurde als verkürzte Langdistanz im Jagdstart durchgeführt - ein Modus, der dem Vernehmen nach regelmäßig nicht nur in den Kinderklassen zu erhöhter Nervosität und schlechtem Nachtschlaf bei aussichtsreich positionierten Läufern und Läuferinnen führt. Im Vergleich zu den beiden ersten Etappen war das Gelände relativ flach und von einem dichten Wegenetz durchzogen. Die Bahnanlage nutzte hier noch einmal geschickt die recht variable Vegetation und die vorhandenen Grabensysteme, so dass sich immer wieder schnelle Passagen mit Phasen sorgfältiger Feinorientierung abwechselten. Und im Ziel dieser letzten Etappe wartete dann der verdiente Lohn all der Mühen in Form eines extra für den 3-Tage-OL designten echten Pulsnitzer Pfefferkuchen auf alle Läufer.

Den Gesamtsieg in der Damen Elite sicherte sich Birte Friedrichs vor Dorothea Müller sowie den beiden TU-Starterinnen Patricia Nieke und Ellen Klüser. Paula Starke auf Platz 7, Patricia Siegert auf Rang 11 und Anna Reinhardt auf dem 13. Platz komplettierten eine starke Mannschaftsleistung des "Damenelitevereins" in der Hauptklasse. Bei den Herren siegte Christoph Brandt vor Philipp Müller. Wieland Kundisch, Karsten Leideck und Josef "Pepa" Neumann auf den Rängen 3, 6 und 7 lassen auch bei den Männern auf ein gutes Abschneiden des USV bei der demnächst anstehenden Deutschen Staffelmeisterschaften hoffen. Gesamtsiege für TU sicherten sich Leonie von Jagow (D-18), Cornelia Eckardt (D45-), Kerstin Hellmann (D50-) und Heiko Gossel (H50-). Einzelne Etappensiege konnten zusätzlich noch Anna Holfeld (D-10), Gesine Rimpel (D-12), Vincent Kunckel (H-10), Konstantin Kunckel (H-14) und Jonathan Drechsler (H-14) feiern.

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