06.07.2016

OL macht Schule, auch in den Ferien

von Wieland Kundisch

Als die 3.(?) Gruppe des Sportcamps der Sportjugend Dresden die 2. Runde (Score-/Postennetz-OL) im Waldbad Weixdorf lief, fiel Conny lachend die Anekdote der Dahlheim-Schwestern ein. „Wie seid ihr zum OL gekommen?“, fragte Felix die beiden Mädchen. Sie antworteten oder eine von ihnen antwortete: „Mit dem Bus.“
Viele (talentierte) Kinder und Jugendliche verschwinden auch wieder aus dem Verein. (Besser als im Wald.)

14 Jahre nachdem Rainer, der nach wie vor, auch in den Ferien, Schul-OL und ähnliches betreut, damit begann, wird dieses „Erbe“ fortgelebt – neben langjährigen Schul-OL-Projekten unseres und anderer Vereine der Region. Christina und Sven hatten an zwei aufeinander folgenden Maitagen OL an die Schule ihrer Tochter gebracht. Aber auch Dresdner Schüler, wie ihr großer Sohn und wie Leonie, brachten Mitschülern unseren Sport näher. Ziel Nr. 1: eine positive, kurzweilige Assoziation/Verknüpfung mit dem langen Wort Orientierungslauf.
Erstaunlich viele Arme gingen im Sportcamp hoch bei der Frage, wer OL kennt. Nicht immer mit der größten Begeisterung. (Das kann eigentlich nur Nicht-OLer-(Sport)Lehrern, die OL vermitteln, liegen. Nein, schön dass es welche tun!) Begeisterung kam bei den allermeisten (wieder) auf. Und wie „es“ (SI) funktioniert, wissen die meisten Nicht-mehr-Neulinge: „Da rennt man zu den Dingern und steckt den stick am Finger rein und dann piept’s.“ Immerhin diese Technik wird „verstanden“. Die Übertragung, wo der Chip vorne doch „verschlossen“ sei, blieb einem Jungen trotz Funkwellen und Mondlandung ein Wunder. Die Karte und eigentliche Aufgabe gerät scheinbar in den Hintergrund. Das Rennen noch viel mehr. Umso entscheidender sind diese Hintergründe, die manchen jungen Leuten schon Hinderungsgründe scheinen. „Ich habe keinen Orientierungssinn.“ „Quatsch, die schnellste OLerin ist auch eine Frau!“ ;)

Die Karte – auch im Gegensatz zu anderen (Rand)Sportarten – ist das Aufwändigste in der Vorbereitung, falls man sie nicht schon (aktuell genug) hat. An der Stelle Danke, SV Robotron Dresden, für die Nutzung der Karte vom Waldbadgelände.
Sophie Kää. erstellte eine vom Zoo. Claudia H. machte dort mit Helfern den jährlichen Schul-OL und an der Sportgrundschule (ihrer Tochter) zuletzt besonders viel Schul-OL. Und alle lernen was: Karsten T. ließ sich für eine Neuaufnahme der Grundschule seines Nachwuchses in OCAD einweisen. Genauso Andreas für Kartenkorrekturen. Am selben Tag wie Diethard ließ er mit Unterstützung von Marek K. besonders viele 7.-Klässler auf Posten im parkigen Wald los. Dass trotz einfach gestrickter Bahnen auch Gymnasiasten Karte und Wald nicht leicht in Einklang bringen, zeigt, dass man OL für (absolute) Anfänger kaum simpel genug gestalten kann. Trotzdem ein Dresdner „O-Day“ samt Sprint-OL-Training am Nachmittag/Abend.

Auch wir vier mit mehr oder weniger grünen OL-Leibchen standen im Waldbad vor einem sprichwörtlichen Spagat: ein und dasselbe Postennetz für 8- bis 15-Jährige. (Mir kam es vor, als kenne ich einige der Kinder und Jugendlichen. Vielleicht nur, weil ich viele „kenne“. Und nicht nur ich. Johanna, viele Grüße von Judo-Marie. Dresden ist ein Dorf.)
Pia versteht den Ton zu finden, der alle anspornt. „Los, die Kleinen haben das auch geschafft.“ Mit dem jüngsten Jungen, dem fast nur der Sport mit dem Ball am Bein gefällt, lief sie noch die 2. Runde, nachdem ich ihm nur zum Zielsprint auf der 1. hinreißen konnte. Ehrgeiz geweckt. Zufriedene Schnellste und Schnelle. Anstrengung, die Wohlgefühl verschafft. (Wie aber soll man jungen Beginnern deutlich machen – nicht über Beete zu hüpfen und durch – zugegeben im Gelände nicht ganz scharf gekennzeichnete, Vorgärten zu laufen, wenn selbst langjährige OLer eine „Olivschwäche“ plagt?) Einzelne, die im Score besser den Überblick bewahrten als 2er-Teams. Am Ende, bevor auch die Auslesestation dauerpiepend ihren Geist aufgab, war ein Junge aus der mittleren Gruppe der Schnellste – in 5min nochwas einen Kilometer OL. Ab zum OL mit dir! Ob ein Kind/Jugendlicher zum Schulanfang noch an uns denkt? Mal schauen.

Jedenfalls ist es nie zu spät, mit dem coolsten Sport der Welt anzufangen. Für junge Erwachsene zum Beispiel beim Studenten-OL-Kurs, der fürs Sommersemester zuende geht und wo Markus einer der Lehrer war. Einige unserer Nachwuchssportler wie er fanden durch Schul-OL zu uns.
Oder eben mit dem Bus.

    Schul-OL in Dresden