28.09.2023

In Wald im Wald - DM Lang und D-Cup

von Friedmar Richter

Als Höhepunkt und Abschluss der nationalen OL-Saison hatte die OLG Regensburg vergangenes Wochenende in die Gemeinde Wald nordöstlich der großen Stadt an der Donau eingeladen. Doch bevor die rund 700 Starter am Samstag um die Deutschen Meistertitel auf der Langdistanz kämpfen sollten, konnten früh Angereiste bereits am Freitagabend beim Sprint auf dem Unicampus in Regensburg zeigen, ob sie über ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen verfügen. Karte und Bahn aus der Feder von DM-Sprint-Sieger Timon Lorenz schöpften nämlich die Ebenen-Darstellungsmöglichkeiten gemäß aktueller Kartenzeichnungsnorm voll aus und viele Teilnehmer mussten mehrfach stehenbleiben oder auch umkehren, um in der Überlagerung von Tiefstraßen, Tunneln, Terassen und Treppenaufgängen den richtigen Zugang zum nächsten Posten ausfindig zu machen. Auch wenn Einheimische mit Geländekenntnis dabei sicher einen gewissen Vorteil hatten: Gerne mehr davon!

Im Kontrast zum nieselig-grauen Freitag begrüßte uns der Meisterschafts-Samstag von seiner sonnigen Seite. Waren die Bahnen zwei Wochen vorher in Kassel in den Eliteklassen noch etwas zu lang geraten, entpuppte sich der Wald diesmal als meist sehr gut belaufbar, so dass sowohl bei den Damen als auch bei den Herren die angestrebten Siegerzeiten deutlich unterschritten wurden. Auch wenn die vielen Schneisen die Karte gefühlt etwas überfrachteten, so waren sie doch vielfach Teil der Routenwahlentscheidungen: Entweder auf kleineren Wegen und Schneisen möglichst direkt laufen oder doch höhenmetersparend die Hauptwege außenrum nutzen. Postenobjekte in Form von Steinen jeglicher Bauart lagen in großer Anzahl im Wald verstreut und forderten gute Präzision im Postenraum. Auffällig war, dass Bahnleger Lukas Janischowski und sein Team keine Mühen gescheut hatten, die Postenverbindungen der einzelnen Kategorien nicht nur in Details zu variieren, sondern vielfach komplett eigenständige Bahnen in den Wald zu zimmern.
Erfreulich gut besetzt zeigte sich ohne internationale Terminüberschneidungen diesmal die Damenelite. Die ersten fünf Plätze machte der Nationalkader unter sich aus. TU-Athletin Paula Starke landete mt nur 30 Sekunden Rückstand knapp hinter Siegerin Susen Lösch auf Platz 2, während Patricia Nieke am Ende mit nur einem Wimpernschlag von 3 Sekunden am Podest vorbeischrammte.
Für einen Sieg reichte es dagegen bei Wieland Kundisch (H35) und Konstantin Kunckel (H20). Außerdem gab es noch weitere Podiumsplätze für USV-TU-Sportler in insgesamt 7 weiteren Altersklassen.

Als größter Verein stellte der USV TU Dresden am Sonntag mit 7 Staffeln im Deutschlandcup und 3 Staffeln im Schülercup mal wieder mehr als 10% des gesamten Starterfeldes. Doch würde es auch zu Klasse statt Masse reichen? Die Startstrecke konnte Wieland Kundisch für USV TU Dresden 1 immerhin als Führender absolvieren, doch danach ließen "Tilo und die jungen Wilden" (aka SV Robotron Dresden 1) nix anbrennen und holten sich mit gutem Vorsprung den Sieg. Das Dresdner Duell um Platz 2 blieb bis zum Schluss spannend und wurde letztlich mit nur einer Sekunde Vorsprung im Schlusssprint knapp zugunsten des Post SV vor TU Dresden 1 entschieden. Mit Platz 6 schaffte es auch unser zweites Team in die Diplomränge und unterstrich somit das Motto des JLVK am vorhergehenden Wochenende: Sachsen bestes Bundesland!

Damit wären der Bericht und die Saison jetzt eigentlich zuende, wenn ... ja, wenn Lokalmatador Riccardo Casanova im direkten Anschluss an den Deutschlandcup nicht noch die erste (in)offizielle DM Bier-OL ausgerufen hätte. Ehrensache, dass auch hier einige hartgesottene Teilnehmer aus unseren Reihen im Kampf um Rum und Ehre antraten. Insgesamt war das Starterfeld aber leider sehr überschaubar, weil doch viele wegen der langen Heimfahrt vorzeitig das Weite suchten. In Anlehnung an die internationalen Regeln der Beer Mile galt es insgesamt vier OL-Runden zu absolvieren, wobei vor jeder Runde eine Flasche/Dose Gerstensaft (in der "Fahrer"-Kategorie wahlweise auch ohne Alkohol) geleert werden musste. Die Schlussrunde wurde dann mit einem Schuss Hochprozentigem eingeleitet. Belustigend für die Zuschauer, harte Arbeit für die Wettkämpfer, da neben der Kohlensäure auch die mit der Zeit zunehmende Wirkung des Alkohols ausbalanciert werden muss. Über die Ergebnisse und sonstige Auswirkungen des Bier-OL hüllt der Autor an dieser Stelle den Mantel des Schweigens. Eines sei aber verraten: Unser Verein bekam als Ausrichter der nächsten DM Lang auch die Aufgabe zur Ausrichtung der nächsten DM Bier-OL übertragen ...

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