07.03.2024

Burgsprints und Ballerwald - sonniger Saisonauftakt beim 4Löwen-Pokal

von Friedmar Richter

Vier Läufe an einem Wochenende? Da lohnt sich auch mal eine etwas längere Anreise. Das dachten sich nicht nur eine kleine Gruppe des USV TU Dresden, sondern auch etwa 500 weitere Teilnehmer, die am ersten Märzwochenende ihren Weg nach Külsheim und Wertheim westlich von Würzburg fanden. Das sind erstaunlich viele Orientierungssportler angesichts der Tatsache, dass die Wettbewerbe weder zur Bundesrangliste noch zur Deutschen Parktour zählten. Allerdings nutzen mehrere Landesturnverbände die Langdistanz am Samstag und den Einzelsprint am Sonntag gleichzeitig als Landesmeisterschaften, was wohl den regen Zuspruch erklärt. Aufgefüllt wurde das Programm mit einem Nachtsprint am Samstagabend und einer Sprintstaffel zum Abschluss am Sonntag.
Als sehr gut belaufbar und detailarm war der Wald für die Langdistanz am Samstag im Programmheft treffend beschrieben worden und so war es nicht verwunderlich, dass die Laufzeiten (auch aufgrund des derzeit noch eher gering ausgeprägten Grüns) in den Hauptklassen deutlich unter einer Stunde lagen. Frühlingshafte Temperaturen und ein verlockendes Kuchenbuffet des FC Külsheim, der seinen Sportplatz als Wettkampfzentrum zur Verfügung stellte, trugen zur guten Laune bei.

Während sich der orientierungstechnische Anspruch des ersten Laufes im Wald geländebedingt noch eher in Grenzen hielt, wurden die Läufer beim Nachtsprint in Külsheim durchaus gefordert. Neben winkligen Altstadtgassen sorgten auch mehrere Posten auf unterschiedlichen Ebenen der Burg dafür, dass nicht alle immer sofort den richtigen Abzweig oder Durchgang erwischten.

Malerisch am Zusammenfluss von Main und Tauber gelegen, bot Wertheim am Sonntag ebenfalls ein attraktives Sprintgelände mit einer noch einmal komplexeren Burganlage als zentralem Element. Spannend war auch der Start aus einem unterirdischen Parkhaus heraus, wodurch vorheriges Ausspähen des Geländes effektiv unterbunden wurde. Da ist es auch verzeihlich, dass sich der Veranstalter bei der Auszählung der Höhenmeter für die Bahndaten "geringfügig" um den Faktor zwei verschätzt hatte, was vor allem die älteren Semester spätestens an der steilen Rampe hinauf zur Burg gemerkt haben dürften.

Den Abschluss des intensiven Wochenendes bildete eine Sprintstaffel mit Massenstart vom Mainufer aus ins bereits vom Einzellauf bekannte Altstadtareal inkl. einiger Burgposten. Da die Dreierstaffeln ähnlich dem bekannten Deutschland-Cup in gemischter Altersklassen-Besetzung antreten mussten, traten viele vereinsübergreifende Teams an, denn die erforderlichen Mindestpunkte ließen sich oft nicht aus den eigenen Reihen besetzen. So konnte die neunköpfige Gesandtschaft des USV TU Dresden gerade mal ein vollständiges Team für die Wertung an den Start bringen. Das war in der Besetzung Karl Jobke/Helmut Conrad/Konstantin Kunckel dafür um so erfolgreicher und sicherte sich den ersten Platz.

Die Länderwertung des 4Löwen-Pokal konnten wir Sachsen diesmal anders als beim JLVK gegen die zahlenmäßig deutlich überlegenen Bayern, Baden-Württemberger und Hessen nicht nach Hause holen, dafür sicherten sich Patricia Nieke (D19) und Konstantin Kunckel (H19) aber jeweils den obersten Podestplatz in der Einzelwertung des Wochenendes.

Fazit: Es muss nicht immer eine DM oder ein BRL sein. Wenn Veranstaltungsformat und Gelände attraktiv sind, kommen wir gerne wieder!

    Ergebnisse - Bericht auf o-sport.de